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Top 50 Köche Deutschlands

Wir gratulieren Paul Zinsmeister!

Der renommierte Schlemmer-Atlas kürt jedes Jahr besonders herausragende Köche und Restaurants.Wir freuen uns darüber, dass dieses Jahr  Küchenchef Paul Zinsmeister für seine außergewöhnlichen und kreativen Gerichte ausgezeichnet wurde und nun zu den Top50 Köchen in Deutschland zählt.

 

 

Schloss Leitheim

Die Vorgeschichte



Das kleine Dorf Leitheim feierte 1997 sein 850jähriges Jubiläum. Am Südhang von Leitheim erhebt sich hoch über der Ebene, durch die Donau und Lech fließen, das gleichnamige Barock-Schloss.
Die klimatisch günstige Lage veranlasste die Mönche vom 1133 gegründeten nahe gelegenen Kaisheimer Zisterzienserkloster, an diesem Hang Wein anzubauen.


Der reizvolle Standort bewog die Kaisheimer Äbte aber auch, sich hier mit dem Bau einer Sommerresidenz zu befassen. Aus dieser entstand über die Jahrhunderte das Schloss Leitheim, ein Kleinod des schwäbisch-bayrischen Rokokos.

Zur Geschichte von Schloss Leitheim
Das klösterliche Weingut Leitheim wird bereits 1171 und die benachbarte Kapelle 14 Jahre später, also 1185, in einer Urkunde erwähnt. Abt Leonhard Weinmayr ließ in seiner Amtszeit von 1427 bis 1440 den Weinberg neu anlegen. 1490 richtete ein Feuer verheerende Schäden an und zog auch die Kirche in Mitleidenschaft.
1575 verzeichnet die Chronik für Leitheim 20 Häuser und 108 Bewohner. Aus dem Wirtschaftshof des Klosters Kaisheim war eine dörfliche Siedlung entstanden.
Inmitten des Weinberges ließ Abt Johannes VI. Sauer (Amtszeit 1540-1570) ein ansehnliches Haus erbauen. Von dem Gebäude aus kann man bis heute bei guter Sicht bis zum fernen Augsburg und sogar bis zu den Alpen sehen. Den Weinberg umschloss der vorsichtige Abt mit einer festen Mauer. Immerhin lieferte der Weinbau in guten Jahren bis zu 50.000 Liter Wein.
Doch die Mauer schütze den Weinberg nicht vor den brandschatzenden Horden im Dreißigjährigen Krieg. Abt Hieronymus Winter (Amtszeit 1674-1681) musste 1674 den verwüstete Weinberg wieder herrichten lassen. Sein Nachfolger, Abt Elias Götz, war es schließlich, der sich nun eine schlossartige Sommerresidenz gönnte, deren Bau gemeinsam mit der Errichtung der angrenzenden Kirche St. Blasius 1696 vollendet wurde. Im Westportal der Kirche erinnert noch heute das Wappen des Abtes an diesen Bauherren.
Während die Kirche seit jener Zeit nahezu unverändert blieb, erfolgten an dem quadratischen Schlösschen auf Weisung von Abt Chölestin I. Mermos von 1748 1750 zahlreiche bauliche Veränderungen. Das Gebäude erhielt ein zweites Geschoss, einen repräsentativen Saal und ein gewölbtes Mansarden-Walmdach. Um die Residenz entsprechend dem Zeitgeist in ein richtiges Schloss zu verwandeln, ließ der Abt das Schloss 1751 durch den Maler Gottfried Bernhard Göz (1708 – 1774) mit Fresken ausmalen. Dieser bildete in einzigartiger Weise die fünf Sinne des Menschen, die vier Elemente, die vier Temperamente und die periodischen Zeitzyklen der vier Lebensalter, die vier Jahreszeiten und den Wechsel von Tag und Nacht und Nacht und Tag ab. Den Stuck fertigte Anton Landes (1712 – 1764), der als Meister des bayerischen Rokoko sowohl im Schloss Nymphenburg (München) wie auch in Regensburg bleibende Werke hinterlassen hat.
Im Zuge der Säkularisation 1802 und nach dem Tode des letzten Abtes von Kaisheim im Jahre 1817 wurden Schloss und Kirche als „Staats-Realitäten“ zur Versteigerung ausgeschrieben. In Sorge um den drohenden Abriss von Kirche und Schloss wandten sich die Bewohner von Leitheim 1818 an die Königliche Regierung des Oberdonau Kreises. König Maximilian I. Josef genehmigte 1820 den Verkauf von Schloss Leitheim an seinen Oberstküchenmeister Marquis von Montperny. Die Kirche St. Blasius musste der Gemeinde Leitheim weiterhin für Gottesdienste zur Verfügung stehen. Ein Abriss wurde im Kaufvertrag ausgeschlossen und die Gemeinde verpflichtete sich im Gegenzug, alle notwendigen Bauarbeiten an der Kirche zu übernehmen. Der Kaufpreis betrug 4.100 Gulden.

Graf von Montperny richtete einige Wohngemächer des Schlosses im Stile des Biedermeier ein. 1835 ging Schloss Leitheim durch Heirat von Friedericke von Montperny mit Carl Friedrich Wilhelm Freiherr Tucher von Simmelsdorf in der Erbfolge an die Freiherren Tucher von Simmelsdorf über. 1929 stellte Karl Friedrich Wilhelm Freiherr Tucher von Simmelsdorf das Gut unter Verwaltung. Schloss Leitheim litt darauf hin unter wechselnden Nutzungen. Der Rokokosaal diente zeitweilig sogar als Getreidespeicher.
1945 trat Albrecht Freiherr Tucher von Simmelsdorf die Nachfolge an und übernahm ein heruntergewirtschaftetes Gut. Er begann 1953, das in seiner Substanz gefährdete Gebäude zu sichern.
1959 begründete er mit einem ersten öffentlichen Konzert die Tradition der Leitheimer Schlosskonzerte, die inzwischen von seinen Sohn und dessen Ehefrau mit eigener Handschrift fortgesetzt wird
1983 gründete sich der Freundeskreis Schloss Leitheim e.V. Bis 1997 erfolgte mit Unterstützung des Freistaates Bayern eine grundlegende Sanierung der kompletten Bausubstanz. 2008 übernahm die Messerschmitt-Stiftung das Gesamtensemble.

Ein Ort der Ruhe und Besinnung
Durch seinen Standort, abseits der großen Verkehrswege, erfuhr Leitheim in der Historie keine große Aufmerksamkeit und wurde in nur wenigen historischen Texten erwähnt. Das ist verwunderlich, denn bis zu ihrer Regulierung 1862/63 floss die Donau direkt am Fuße des Schlossbergs vorbei. Auf alten Bildern ist die Schlossanlage von Leitheim von der Donau aus zu sehen.

Der ursprüngliche Zweck von Schloss Leitheim, ein Ort der Zurückgezogenheit, der Einkehr und Erholung, konnte bis heute bewahrt werden. Seine Lage am Südrand des Naturparks Altmühltal, am Radwanderweg Romantische Straße, unterstreicht dies. Schloss, Kirche und Weingärtnerhaus umschließen einen kleinen Hof, der nach Süden von einer Terrasse mit prachtvoller Fernsicht abgeschlossen wird. Der Arkadengang verbindet das restaurierte Schloss mit der Kirche zu einem reizvollen Ensemble. Alles zeigt sich heute wieder in dem Glanze, den ihr Abt Cölestin I. Mermos 1751 verliehen hat.

Die Chronologie

1147   Ersterwähnung des Hofes Litun (Leiten, heute Leitheim)
1171   Erwähnung von Leitheim als klösterliches Weingut des Zisterzienserklosters Kaisheim
1185erstmalige Nennung einer Kapelle in Leitheim
1542Abt Johannes VI. Sauer lässt ein ansehnliches Haus auf dem Weinberg errichten
1674Abt Hieronymus Winter stellt den im Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Weinberg wieder her
1696Schloss Leitheim wird Sommerresidenz des Abtes Elias Götz, die Kirche St. Blasius wird in ihrer heutigen Form fertig gestellt
1751 Abt Chölestin I. Mermos lässt das Schloss umbauen, es entstehen eine zweite Etage, ein Saal und das Walmdach. Die Innenausstattung erfolgt im Stile des Rokoko
1817Schloss und Kirche werden als „Staats-Realitäten“ zur Versteigerung ausgeschrieben
1820Verkauf an den Oberstküchenmeister Marquis von Montperny für 4.100 Gulden
1835 Übergang von Schloss Leitheim an die Familie Freiherr Tucher von Simmelsdorf durch Heirat von Friedericke von Montperny mit Carl Friedrich Wilhelm Freiherr Tucher von Simmelsdorf
1959Begründung der Leitheimer Schlosskonzerte
1997Abschluss der Sanierungsarbeiten
2008Übernahme von Schloss Leitheim durch die Messerschmitt-Stiftung